Corona-Müdigkeit oder Ignoranz?

Corona-Müdigkeit oder Ignoranz?

Nachdem ich kürzlich meine eigenen Beiträge zum Thema Sars-Cov-2 oder Corona noch einmal gelesen habe, war ich überrascht, wie wenig sich eigentlich getan hat, wie tief wir noch immer mittendrin stecken in der Panik- und Angstmaschinerie. Freilich funktioniert das heute nicht mehr ganz so gut und vielen ringen die Zahlen nicht mehr als ein müdes Lächeln ab. Doch es gibt auch jene, die wieder anfangen Toilettenpapier zu horten, als wäre Covid-19 die schlimmste Durchfallerkrankung der ganzen Menschheitsgeschichte, eine geradezu biblische Seuche. Die anderen versuchen ihr Leben, so gut es eben geht, weiterzuleben.

Nur sprechen kann man mit den Wenigsten über das Thema. Tief sind die Gräben, teilweise sogar an den Fronten der Gegner und der Befürworter gleichermaßen. Wie sind wir überhaupt dahin gekommen? Wie konnte es soweit kommen, frage ich mich immer häufiger und wieso sieht niemand das drohende Unheil, das sich direkt vor uns ausbreitet oder schlimmer noch, wieso schließt man einfach die Augen, wendet sich ab?

Am Anfang war das Panik-Bombardement intensiv genug, um nahezu jeden in Angst und Schrecken zu versetzen. Absichtlich hat man häufig Berichte über die Pest und die spanische Grippe lanciert, wie mir inzwischen scheint. Dazu kamen natürlich die, in die Dutzende gehenden, Zeitungsmeldungen über das Virus und nur wenige trauten sich tatsächlich Fragen zu stellen oder gar Kritik zu üben. Obwohl das heute anders ist und man hier und da auch einmal einen anderen „Experten“ zu Wort kommen lässt, ja sogar einen kritischen Beitrag lesen kann, bleibt der Grundtenor unverändert.

Tatsächlich bekommen wir immer noch täglich die Zahlen der „Neuinfizierten“ um die Ohren gehauen und die Presse lässt sich sogar dazu herab, diese als positiv Getestete zu bezeichnen. Das ist für Journalisten jetzt auch kein Problem mehr, weil das Hauptaugenmerk auf den hohen Zahlen liegt und weil die meisten Bürger überhaupt nicht mehr zwischen positiv Getesteten und Infizierten differenzieren. Sie lassen sich auch von Berichten und Faktenchecks über den PCR-Test blenden, die nicht nur eine hohe Genauigkeit, fast schon Unfehlbarkeit, suggerieren, dass sie den Test an sich überhaupt nicht hinterfragen.

Es ist ihnen dabei völlig egal, wie dieser Test funktioniert oder das es viele Ungereimtheiten gibt. Der Test selbst überprüft unterdessen lediglich das Vorhandensein einer bestimmten RNA-Sequenz. Normalerweise erhält man auch keine Aussage darüber, auf welche Sequenz getestet wurde, sodass der Test auch gut auf ältere Corona-Viren anschlagen könnte, die in der Grippesaison durchaus üblich sind. Wichtig wäre es zudem, auch die Reproduktionszyklen des Tests zu benennen, da ab einer bestimmten Anzahl der Vermehrung, der Nachweis seine Aussagekraft verliert. Ein Kernproblem dieser Tests ist außerdem eine mangelnde Eignung für diesen Verwendungszweck. Vor drei Jahren sah das sogar Christian Drosten noch so. Schließlich kann der Test auch nur den Nachweis über die vorhandene RNA erbringen und nicht etwa über die Infektiösität oder die Virenlast, also darüber, ob der positiv Getestete auch tatsächlich krank ist.

Doch all diese Warnungen, all diese Worte verhallen zumeist ungehört, denn die Menschen verdrängen das Thema lieber. Sogar ich habe mich diesem Mechanismus eine Zeit lang unterworfen. Nicht weil ich das Thema unwichtig finde, auch nicht weil ich dachte, es würde einfach vorbei gehen und die Maßnahmen aufgehoben. Nein, wenn uns gerade die großen Demonstrationen eins gelehrt haben, dann das dies wohl eher nicht der Plan ist. Zu heftig wurden die Debatten darüber geführt, zu klein wurden die Teilnehmerzahlen geschrieben, sodass sich jedem der die Gegebenheiten vor Ort selbst einmal besichtigen konnte, die Stirn fast automatisch in Falten legen muss, ob der Frage wie in Berlin dereinst Millionen Menschen auf der Loveparade gewesen sein sollen, wenn der gleiche Platz nun nur noch für maximal 38.000 Menschen ausreicht. Im Gegensatz zu anderen Protesten, sparte die Presse hier nicht mit Kritik und hatte auch kein Problem, einige wenige Störenfriede und ihr Verhalten, als stellvertretend für alle Beteiligten darzustellen.

Dann kamen noch Menschen hinzu, die sich tatsächlich die Freiheit auf ein Privatleben nehmen wollten, die dieses Leben mit anderen teilen wollten, ob nun beim Grillen oder vielleicht bei einem Bier mit Freunden. Ganz unverschämt sind natürlich die singenden und tanzenden Menschen, die in die Parks auswichen, weil es für sie eben alternativlos war. Pauschal wurde der Begriff der Feierwütigen geprägt und all diese Menschen von einem Augenblick zum anderen zu Gefährdern, also Quasi-Terroristen, denen die älteren Menschen völlig egal sind. Die älteren Menschen, die ihr Leben gelebt, ihre Feste gefeiert und ihren Spaß gehabt haben, die diesen Generationen einen Berg von Schulden aufbürden, den südeuropäische Länder als Finanzspritze bekommen. Diese Menschen haben plötzlich vergessen, was es bedeutet jung zu sein und singen und tanzen zu wollen. Und schließlich wurde die Ursache für all die protestierenden und feiernden Menschen gefunden. Es ist die Corona-Müdigkeit, ein Begriff den sogar die Präsidentin der Europäischen Kommission kürzlich verwendet hat.

Und doch habe auch ich mich in diesen Wochen am Schweigen beteiligt, gehofft die Demonstranten würden, vielleicht auch für mich, das Ruder herumreißen. Nachdem ich zunächst nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg halten konnte und keine Gelegenheit ausließ, um den vermeintlich „Unwissenden“ mitzuteilen, was für mich immer klarer wurde, nämlich, dass es sich nicht um ein Killervirus handelt und das die verhängten Maßnahmen jeder Verhältnismäßigkeit entbehrten und noch immer entbehren, hatte ich mich zurückgelehnt. Natürlich nicht nur in der Hoffnung andere würden es für mich richten, sondern auch weil ich meine Mitmenschen nicht mit dem Thema behelligen wollte, weil ich sie nicht aus ihrer Komfortzone herausreißen mochte. Das ich so naiv war, tut mir leid und ich entschuldige mich dafür, denn wie die meisten Viren und so auch Corona, werden auch die Maßnahmen nicht aufhören und ebenso wenig der sich verfestigende Überwachungsstaat.

Ein wirklich guter Beweis hierfür ist die Maskenpflicht, die inzwischen vielerorts sogar noch ausgeweitet wird. Dachte ich Ende April noch, „ich bin im falschen Film“, habe ich im Mai sehr schnell zu spüren bekommen, wie unangenehm diese bei der Arbeit ist. Inzwischen hatte ich auch Gelegenheit, die ein oder andere Zugfahrt mit Maske zu unternehmen, die ich lieber vermieden hätte, da die beengenden Verhältnisse im Nahverkehr meine Atemnot und andere Symptome noch verstärken. Als die Verordnungen zunächst in Kraft traten, gab es zahlreiche Beschwerden, doch diese wurden nach und nach weniger. Heute höre ich oft Menschen, die mir sagen „ich solle mal darüber hinwegkommen“ oder „sie hätten sich daran gewöhnt“, gerne auch „die halbe Stunde beim Einkaufen“. Ich sage euch, „Nein! Ich komme nicht darüber hinweg. Ich gewöhne mich nicht daran und nur so nebenbei, ich muss die Maske oft auch während der Arbeit tragen und je länger, desto gravierender sind die Folgen für mich, desto stärker die Kopfschmerzen, desto häufiger die Schwindelanfälle und desto häufiger treten andere Symptome auf“. Der Symbolgehalt bleibt meistens sogar völlig unangetastet, unausgesprochen. Weshalb ich vielmehr die Frage stellen möchte, wie stark ein Verdrängungsmechanismus ausgeprägt sein muss, wenn man vorgibt, es würde einen nicht beeinträchtigen oder ob vielleicht noch etwas Schlimmeres dahintersteckt. Die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen sind doch schon deutlich spürbar, sichtbar und hörbar, insbesondere bei Kindern in der Schule, wo diejenigen, die keine Maske tragen dürfen ausgegrenzt werden, sogar beschimpft, wo Kindern eingeredet wird, sie wären ein Gefahr für ihre Mitmenschen. Gerade die Eltern sollten doch versuchen, alles Mögliche und auch Unmögliche zu unternehmen, um genau das nicht zuzulassen. Es geht doch auch um eure Kinder.

Sich ausgerechnet jetzt seiner Müdigkeit, ob des Themas Corona zu ergeben, ist genau der falsche Weg, denn die Politik schläft nicht. Jetzt ist die Zeit sich zu informieren, über Corona, über den PCR-Test, über die propagierten Zahlen und über das was in Planung ist. Dafür gibt es noch unabhängigen Journalismus, der sich tatsächlich so nennen darf, auch wenn er sich einer Diffamierung in einer bisher unbekannten Größenordnung ausgesetzt sieht. Wir sollten diese Quellen aber solange nutzen, wie sie uns noch zur Verfügung stehen, denn noch geschieht die Zensur auf Social-Media-Plattformen in Eigenregie, indem die Inhalte als „mit den Community-Richtlinien unvereinbar“ deklariert werden. Noch geht es also nur um moralische Denkverbote, die Anfeindungen, Ausgrenzungen, aber auch schon Arbeitsplatzverluste, Suspendierungen, Versetzungen und Ähnliches zur Folge haben. Wie lange wir diesen „Luxus“ noch haben werden, wer weiß das schon.

Deshalb ist jetzt nicht die Zeit sich der Müdigkeit zu ergeben, sondern seine Stimme zu erheben, für all die Dinge, auf die man in Zukunft vielleicht noch einmal zurückgreifen möchte, für all die Rechte, die in Zukunft unverletzlich sein sollten. Genau diese Müdigkeit ist es nämlich, die der Politik hilft zu schalten und zu walten, wie es ihr gerade gefällt. Es ist beinahe, als hätte man die Bevölkerung weichgekocht, mürbe gemacht, als wäre der pandemische Frühling nur ein Vorgeschmack, ein Testlauf gewesen und jetzt geht es erst richtig los. Wenn also eine Demonstration stattfindet, die gut erreichbar ist, dann sollten wir auch daran teilnehmen und Gesicht zeigen, durch unsere bloße Anwesenheit ausdrücken, „Ich bin nicht einverstanden!“. Wenn das Bundesministerium für Gesundheit und die WHO uns mit Videos zum Thema bombardieren, denn schreiben wir usnere Meinung darunter und zwar sachlich und nicht im Troll-Modus und wenn wir nur schreiben, „Ich bin nicht einverstanden!“. Und wenn wir mit jemandem sprechen, der uns erklärt, er habe genug von dem Thema und wir sind unsolidarisch, dann können wir sagen, „Ich bin nicht einverstanden!“. Das wäre jedenfalls ein Anfang.

Denn im Moment, da der „Lockdown Leid (ja, schon richtig gelesen)“ gerade eine Woche alt ist, gibt es schon wieder bedenkliche Neuigkeiten. Die Präsidentschaftswahl in den USA hat unserer Politik eine Atempause verschafft, auch dank der verzögerten Stimmenauszählung. In ihrem Schatten wurde so schon einmal in der ersten Woche angeteasert, dass der „Lockdown“ sich vielleicht doch nicht auf den November beschränkt. Bisher ist ja im Wesentlichen die Gastronomie betroffen, doch das muss nicht so bleiben. Im Grunde scheint genau das Gleiche abzulaufen wie im Frühling, nur dieses Mal etwas länger und häppchenweise. Mit einer Salamitaktik eröffnet man uns nun, nach und nach, was wirklich angedacht ist. Und dieses Mal werden wir vielleicht nicht so glimpflich davon kommen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident hat jedenfalls schon verlauten lassen, Silvesterfeierlichkeiten und Weihnachtsmärkte seien unter den aktuellen Voraussetzungen unvorstellbar. Unser Gesundheitsminister hat die Risikogruppe derweil auf 40 % der Gesamtbevölkerung ausgedehnt und Angela Merkel sagte kürzlich, es werde keine Rückkehr zur Normalität möglich sein, bis nicht 60-70 % der Bevölkerung immun seien, ob nun durch Impfung oder Durchmachen der Krankheit. Nur mal so, wo sollen die denn herkommen, wenn sich niemand anstecken darf? Ja, ganz genau, von der Impfung, denn der ein oder andere Impfstoff befindet sich ja schon im rollenden Zulassungsverfahren, wird vielleicht sogar schon produziert, während die teleskopierten Testverfahren weiterlaufen. Das bedeutet natürlich, es wird keine Testung auf Langzeitschäden erfolgen, weil es schlicht unmöglich ist. Offenbar ist das aber irrelevant, im Gegensatz zu den Langzeitfolgeschäden von Corona, die interessanterweise schon nach wenigen Wochen die Runde machten. Welchen Teil des Wortes „Langzeit“ versteht unsere Presse eigentlich nicht, um solche Begriffe in einem derartigen Kontext zu verwenden? Bei der Schweinegrippe, hatte die Impfung tatsächlich schwere Nebenwirkung, die für Betroffene ein normales Leben unmöglich machen und zwar mit einer Häufigkeit von mindestens 4/100.000. Dieser Impfstoff basierte aber noch auf herkömmlichen Verfahren. Vektorimpstoffe und RNA-Impfungen kamen jedenfalls nicht zum Einsatz. Aufgrund der Teleskopierung dürfte die Häufigkeit schwerer Langzeitschäden also deutlich zunehmen. Über andere, mildere Folgen möchte ich jetzt nicht spekulieren. Wie hoch ist aber wohl die akzeptable Rate von Geschädigten je 100.000? Vielleicht 35 oder 50 oder 200, noch höher? Wieso sollen wir die Pharmaunternehmen von ihrer Verpflichtung freisprechen, für Schäden zu haften, wenn sie diese doch billigend in Kauf nehmen und die Profite einstreichen? Natürlich sind sie dafür nicht allein verantwortlich, sondern auch die Lobbyisten, die gleichermaßen dafür gerade zu stehen haben und deren Immunität in solchen Fällen ausgesetzt werden sollte.

Zum Abschluss möchte ich noch auf etwas hinweisen, dass ich in höchstem Maße besorgniserregend finde. Dabei handelt sich um einen neuen Gesetzentwurf, eingebracht von den Parteien der großen Koalition.

„Entwurf eines Dritten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“

Drucksache 19/23944 des deutschen Bundestages

Eine solche „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ wird nämlich vom Bundestag beschlossen und nicht von einer unabhängigen Institution. Sie wurde außerdem nur durch die, von der WHO vor einigen Jahren vorgenommene, Änderung der Pandemiedefinition möglich. Neben anderen Änderungen empfinde ich hier den neu eingefügten § 28a im Infektionsschutzgesetzes (IfSG) besonders beachtenswert. Die in den letzten Monaten vielerorts verhängten Maßnahmen, wurden von den angerufenen Gerichten teilweise oder ganz, wegen mangelnder Verhältnismäßigkeit, wieder außer Kraft gesetzt. Der entsprechende § 28a soll nun nachträglich und für die Zukunft all diese Maßnahmen legitimieren und in ein Gesetz gießen. Ob die dann, gesetzlich legitimierte, Maskenpflicht eine Haftung für etwaige entstehende Schäden impliziert, darf durchaus bezweifelt werden, da dies auch bei Verordnungen häufig schon ausgeschlossen wurde. Ohnehin dürfte der Nachweis relativ schwierig werden, wo Ärzte sich inzwischen sogar weigern Menschen mit einer Lungenerkrankung ein Attest auszustellen, dass die Gefahr für sie bestätigt. Dazu werden sie sogar angehalten und für den Fall der hippokratische Eid sei ihnen wichtiger, ist ihnen zumindest ein Shitstorm gewiss. Da schon die Anerkennung von Impfschäden in einigen Fällen sehr schwierig ist, sehe ich hier für Betroffene schwarz.

Als ich übrigens über eben jenen Paragraphen kürzlich mit einer Freundin sprach, da sagte sie mir, er würde nie durchkommen. Zugegeben, noch ist es nur ein Entwurf und bisher fand nur die erste Lesung im Bundestag statt. Leichtes Unbehagen empfinde ich dennoch, denn ich denke wir alle sind uns einig darin, dass wir vor Beginn dieses Jahres viele Dinge für nicht durchsetzbar erachtet haben, die heute Realität sind. Nächste Woche wird sich Angela Merkel wieder in einer Konferenz mit den Ministerpräsidenten beraten, was offenbar unserem neuen, obersten Regierungsgremium gleichkommt, und da unsere „Infektionszahlen“ weiterhin unverändert hoch sind, wird dies wohl die nächste Salamischeibe für die Bevölkerung werden. Mit dem Unterschied, dass hier niemand satt werden wird, sondern weitere Menschen auf der Strecke bleiben werden wie zuletzt die Gastronomie, die sich zwar brav an alle Regeln und Auflagen gehalten hat, dadurch nur einen geringen Teil zu den Infektionszahlen beitrug und nun trotzdem das erste Bauernopfer darstellt. Mal sehen wann uns die Bauern ausgehen und die Arbeiter dran sind.

Deshalb sollten wir keinesfalls der Müdigkeit nachgeben und uns von den Schlagzeilen über Corona einschläfern lassen. Vielmehr sollten wir vor allem das, was im Schatten und im Namen dieses Virus geschieht, hellwach verfolgen und unsere Stimme erheben, wenn wir nicht einverstanden sind, solange wir es noch dürfen.

Photo by Bruno Aguirre on Unsplash

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